Warum der Lidschlag für gesunde Augen so wichtig ist
Wir blinzeln jeden Tag mehrere Tausend Mal – meist ganz unbewusst. Dabei übernimmt der Lidschlag eine wichtige Aufgabe für unsere Augen: Er verteilt den schützenden Tränenfilm gleichmäßig über die Augenoberfläche, hält sie angenehm feucht und hilft dabei, kleine Staubpartikel oder Schmutz zu entfernen.
Erst wenn dieser natürliche Schutz nicht mehr richtig funktioniert oder Beschwerden auftreten, wird uns bewusst, wie wichtig gesunde Augenlider und eine gute Augenpflege sind.
Der Lidschlag – natürlicher Schutz Ihrer Augen
Mit jedem Lidschlag wird die Hornhaut mit frischer Tränenflüssigkeit benetzt. Diese versorgt das Auge mit Nährstoffen, schützt vor dem Austrocknen und trägt dazu bei, Keime und Fremdkörper von der Augenoberfläche zu entfernen.
Besonders bei langer Bildschirmarbeit oder konzentriertem Lesen blinzeln wir deutlich seltener. Dadurch kann der Tränenfilm schneller verdunsten und die Augen fühlen sich trocken, gereizt oder müde an.
So können Sie Ihre Augen im Alltag unterstützen
Mit einigen einfachen Gewohnheiten lässt sich die natürliche Schutzfunktion der Augen oft unterstützen:
- regelmäßige Bildschirmpausen und bewusstes Blinzeln
- ausreichend trinken
- trockene Raumluft möglichst vermeiden
- Kontaktlinsen sorgfältig pflegen
- Augen und Augenlider möglichst nicht mit ungewaschenen Händen berühren
Bei trockenen oder gereizten Augen ergänzend:
- Lidränder mit einem warmen Waschlappen pflegen
- Geeignete befeuchtende Augentropfen verwenden
Weiteres Wissenswertes rund um Ihre Augen
Die Meibomdrüsen schützen vor zu schneller Verdunstung
Beim Blinzeln wird nicht nur der Tränenfilm gleichmäßig über das Auge verteilt. Auch die Meibomdrüsen am Lidrand spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie bilden eine dünne Fettschicht, die den Tränenfilm stabilisiert und verhindert, dass die wässrige Tränenflüssigkeit zu schnell verdunstet. Diese Drüsen sitzen in den Augenlidern – ungefähr 20–30 im Oberlid und 20–25 im Unterlid.
Sind sie verstopft oder produzieren sie zu wenig bzw. verändertes Sekret, kann diese Schutzschicht instabil werden. Die Tränen verdunsten schneller – die Augen können trocken, brennend oder gereizt wirken. Diese Form des trockenen Auges wird auch als verdunstungsbedingtes trockenes Auge bezeichnet.
Regelmäßiges, bewusstes Blinzeln unterstützt deshalb nicht nur die Befeuchtung der Augen, sondern trägt auch dazu bei, den Tränenfilm gleichmäßig zu verteilen.
Geschwollene Augenlider – viele Ursachen sind harmlos
Geschwollene Lider am Morgen kennen viele Menschen. Häufig steckt eine vorübergehende Flüssigkeitseinlagerung dahinter, die sich im Laufe des Tages wieder zurückbildet. Kühlende Umschläge können dabei als angenehm empfunden werden.
Auch Allergien gehören zu den häufigen Ursachen. Pollen, Hausstaub, Tierhaare oder Inhaltsstoffe von Kosmetika können dazu führen, dass die Lider anschwellen und jucken. Wird der Auslöser vermieden oder behandelt, bessern sich die Beschwerden meist rasch.
In seltenen Fällen können geschwollene Lider auch auf andere Erkrankungen hinweisen. Halten die Beschwerden länger an oder treten zusätzlich Schmerzen, Fieber oder Sehstörungen auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Gerstenkorn – eine akute Entzündung
Ein Gerstenkorn entsteht durch eine bakterielle Entzündung einer Talg- oder Schweißdrüse am Lid. Es macht sich meist durch eine schmerzhafte Schwellung, Rötung und Druckempfindlichkeit bemerkbar. Oft entwickelt sich ein kleiner Eiterpunkt.
Warme, saubere Kompressen können den Heilungsprozess unterstützen. Wichtig ist jedoch, das Gerstenkorn nicht selbst auszudrücken. Dadurch könnten sich die Bakterien weiter ausbreiten und die Entzündung verschlimmern.
Sollten die Beschwerden stärker werden, das Auge stark anschwellen oder das Gerstenkorn nach einigen Tagen nicht abheilen, empfiehlt sich eine augenärztliche Untersuchung.
Hagelkorn – meist gutartig und schmerzlos
Ein Hagelkorn entsteht, wenn der Ausführungsgang einer Talgdrüse verstopft. Im Gegensatz zum Gerstenkorn handelt es sich dabei meist nicht um eine bakterielle Entzündung. Typisch ist ein kleiner, fester Knoten im Lid, der in der Regel nicht schmerzt.
Viele Hagelkörner bilden sich innerhalb einiger Wochen von selbst zurück. Bleibt die Schwellung bestehen oder beeinträchtigt sie das Auge, kann der Augenarzt über weitere Behandlungsmöglichkeiten entscheiden.
Lidrandentzündung (Blepharitis)
Eine Lidrandentzündung gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Augenlider. Typisch sind gerötete, gereizte oder juckende Lidränder sowie verklebte Wimpern – besonders morgens nach dem Aufstehen.
Oft spielen verstopfte Talgdrüsen, Bakterien oder Hauterkrankungen eine Rolle. Eine sorgfältige Lidrandpflege mit warmen Kompressen und speziellen Reinigungstüchern oder Lidreinigungsprodukten kann die Beschwerden häufig deutlich lindern. Je nach Ursache kann zusätzlich eine ärztliche Behandlung erforderlich sein.
Gut beraten bei uns in der Apotheke
Trockene, gereizte oder entzündete Augen können viele Ursachen haben. Benötigen Sie Unterstützung bei der Auswahl geeigneter Augentropfen, Lidpflegeprodukten oder befeuchtenden Präparaten? Haben Sie Fragen zu Gerstenkorn, Lidrandentzündung oder anderen Beschwerden rund um die Augen?
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Hinweis: Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. Medikamente und Behandlungen sollten nur nach fachlicher Rücksprache angewendet werden.