Lästiges Übel: Entzündungen im Mund
Jeder kennt es: Der Mundraum ist gereizt, jede Berührung tut weh, und feste Nahrung ist kaum möglich. Auch wenn solche Beschwerden meist nicht gefährlich sind, können sie im Alltag sehr belastend sein.
Gemeint sind kleine Verletzungen und Entzündungen der Mundschleimhaut, der Lippen oder des Zahnfleisches. Die Ursachen sind vielfältig – die Behandlung erfolgt jedoch häufig lokal und symptomorientiert.
Ursachen für Entzündungen im Mund
Entzündungen der Mundschleimhaut können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, zum Beispiel:
- kleine Verletzungen (z. B. durch harte Nahrung oder Zähne)
- Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen
- schlecht sitzender Zahnersatz
- Stress oder geschwächte Abwehrkräfte
- Reizstoffe in Lebensmitteln oder Zahnpflegeprodukten
Oft kommen mehrere Faktoren zusammen.
Schnelle Hilfe bei gereizter Mundschleimhaut
Zur Behandlung werden meist lokal wirkende Präparate eingesetzt, die direkt auf die betroffene Stelle aufgebracht werden. Dazu gehören:
- Mundspüllösungen
- Tinkturen zum Auftragen
- Gele
- Lutschtabletten
Konzentrierte Lösungen sollten grundsätzlich vor der Anwendung verdünnt werden.
Gele und lokale Präparate
Gele gehören zu den häufigsten Erstmaßnahmen. Sie werden mehrmals täglich aufgetragen und können:
- Schmerzen lindern
- Entzündungen hemmen
- die Heilung unterstützen
Viele Produkte enthalten schmerzstillende Wirkstoffe sowie pflanzliche Bestandteile wie Kamille. Stärker wirksame Präparate mit Kortison sind in der Regel verschreibungspflichtig und sollten nur kurzfristig und nach ärztlicher Anweisung verwendet werden.
Natürliche Unterstützung: Kamille
Kamille ist eine der bekanntesten Heilpflanzen bei Mundentzündungen. Ihre Inhaltsstoffe wirken beruhigend und entzündungshemmend.
Ein Kamillentee kann wie folgt zubereitet werden:
- 1 EL Kamillenblüten mit heißem Wasser übergießen
- 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen
- anschließend als Mundspülung verwenden
Das Abdecken ist wichtig, damit ätherische Öle nicht entweichen.
Hochkonzentrierte Kamillenextrakte sind in Apotheken erhältlich und können oft intensiver wirken als selbst zubereitete Tees.
Mundspülungen im Alltag
Mundspüllösungen werden häufig ergänzend zur täglichen Zahnpflege eingesetzt.
Ein wichtiger Wirkstoff ist Chlorhexidin, der:
- Bakterien, Viren und Pilze hemmt
- die Keimzahl im Mund reduziert
Allerdings gilt:
- keine Daueranwendung ohne Rücksprache
- mögliche Nebenwirkungen: Geschmacksveränderungen, Zahnverfärbungen, Veränderung der Mundflora
- ersetzt nicht das Zähneputzen
Beschwerden durch Zahnersatz
Schlecht sitzende Zahnprothesen können die Mundschleimhaut stark reizen und Druckstellen verursachen. Die Folge sind oft:
- Rötungen
- Schmerzen
- kleine Entzündungen
Hier helfen entzündungshemmende und schmerzlindernde Gele, die direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.
Pflanzliche Wirkstoffe bei Wunden im Mund
Bewährt haben sich auch pflanzliche Extrakte, zum Beispiel aus:
- Tormentillwurzel
- Salbei
- Myrrhe
- Thymian
Diese wirken zusammenziehend (adstringierend) und können die Schleimhaut schützen sowie die Heilung unterstützen.
Eine typische Anwendung ist eine verdünnte Gurgellösung:
- ca. 10 Tropfen Tinktur auf ein Glas Wasser
- mehrmals täglich spülen
Unverdünnte Lösungen werden teilweise gezielt mit einem Wattestäbchen aufgetragen.
Zahnung bei Kleinkindern
Auch das Durchbrechen der ersten Zähne kann schmerzhaft sein. Dabei wird das Zahnfleisch gereizt und entzündet sich leicht.
Zur Linderung werden häufig:
- Zahnungsgels
- entzündungshemmende und schmerzlindernde Präparate
verwendet. Diese werden regelmäßig auf das gereizte Zahnfleisch aufgetragen und sind meist gut verträglich.
Mundsoor: Hefepilz im Mund
Bei Säuglingen kann sich ein weißlicher Belag auf Zunge und Wangenschleimhaut bilden. Ursache ist häufig der Hefepilz Candida albicans.
Die Behandlung erfolgt in der Regel mit:
- Antimykotika wie Nystatin
- mehrmaliger täglicher Anwendung im Mundraum
Auch Erwachsene mit geschwächtem Immunsystem oder nach Antibiotikatherapie können betroffen sein.
Aphten: Kleine, schmerzhafte Entzündungen
Aphten sind kleine, rundliche Schleimhautgeschwüre mit weißlicher Mitte und rotem Rand. Sie treten häufig in Phasen auf, in denen der Körper geschwächt ist, etwa durch:
- Stress
- Infekte
- bestimmte Nahrungsmittel
Auslösende Faktoren können individuell unterschiedlich sein.
Eingerissene Mundwinkel (Rhagaden)
Trockene, rissige Mundwinkel entstehen häufig durch:
- trockene Haut
- mechanische Belastung
- allergische Reaktionen
In vielen Fällen helfen fettende Pflegecremes. Wenn die Beschwerden länger bestehen bleiben, kann auch eine bakterielle oder pilzbedingte Ursache vorliegen. In solchen Fällen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Wichtig: Chronische Rhagaden können auch mit Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes in Verbindung stehen.
Hinweis: Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. Medikamente und Behandlungen sollten nur nach fachlicher Rücksprache angewendet werden.