FSME in Deutschland – warum die Zecken-Impfung für viele sinnvoll sein kann

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine durch Zecken übertragene Virusinfektion, die in schweren Fällen eine Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten verursachen kann.

„Ich fahre übers Wochenende nach Bayern.“

„Ach, dann bist du bestimmt gegen FSME geimpft?“

Diese Frage hören viele zum ersten Mal – und schauen erst einmal verwundert. Denn während fast jeder schon von Borreliose gehört hat, wissen viele gar nicht, dass Zecken noch eine weitere Erkrankung übertragen können: die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME.

Die Risikogebiete in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet und jedes Jahr kommen neue hinzu. Die gute Nachricht: Gegen FSME gibt es eine wirksame Schutzimpfung.

Was ist FSME?

FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Dabei handelt es sich um eine Virusinfektion, die hauptsächlich durch den Stich einer infizierten Zecke übertragen wird. Anders als bei der Borreliose wird FSME nicht durch Bakterien, sondern durch Viren verursacht.

Viele Infektionen verlaufen ohne oder nur mit leichten grippeähnlichen Beschwerden. In einigen Fällen kann das Virus jedoch das zentrale Nervensystem angreifen und zu einer Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns oder des Rückenmarks führen. Solche schweren Verläufe sind zwar selten, können aber bleibende neurologische Schäden verursachen.

Wo kommt FSME in Deutschland vor?

Die meisten FSME-Risikogebiete liegen weiterhin in:

  • Bayern
  • Baden-Württemberg
  • Südhessen
  • Teilen Thüringens
  • Sachsen
  • einzelnen Regionen weiterer Bundesländer

In den vergangenen Jahren wurden jedoch immer wieder neue Risikogebiete ausgewiesen. Deshalb lohnt sich vor Reisen innerhalb Deutschlands ebenso wie ins Ausland ein Blick auf die aktuelle FSME-Karte des Robert Koch-Instituts.

Hier können Sie die aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete des Robert Koch-Instituts (Stand 15.01.2026) herunterladen bzw. ansehen.

Auch außerhalb Deutschlands kommt FSME vor – beispielsweise in Österreich, der Schweiz, Tschechien, Slowenien, den baltischen Staaten sowie in Teilen Skandinaviens und Osteuropas. Für Reisen in diese Regionen kann ebenfalls eine Impfung empfohlen werden.

FSME oder Borreliose – was ist der Unterschied?

Beide Erkrankungen werden durch Zecken übertragen – dennoch gibt es wichtige Unterschiede.

FSME

  • Verursacht durch Viren
  • Schutzimpfung vorhanden
  • Keine ursächliche Therapie möglich
  • Kann Gehirn und Nervensystem betreffen

Borreliose

  • Verursacht durch Bakterien
  • Derzeit keine Schutzimpfung
  • Mit Antibiotika behandelbar
  • Kann Haut, Gelenke und Nervensystem betreffen

Wie wird FSME behandelt?

Eine spezielle Therapie gegen das FSME-Virus gibt es nicht.

Ärzte können lediglich die Beschwerden behandeln, beispielsweise Fieber oder Schmerzen. Bei schweren Verläufen ist häufig eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Gerade deshalb kommt der Vorbeugung durch die Schutzimpfung eine besondere Bedeutung zu.

Die FSME-Impfung

Die FSME-Impfung ist ein Totimpfstoff. Das bedeutet: Sie enthält keine vermehrungsfähigen Viren und kann daher keine FSME auslösen.

Für einen vollständigen Grundschutz sind in der Regel drei Impfungen erforderlich:

  • 1. Impfung: frei wählbarer Zeitpunkt
  • 2. Impfung: je nach Impfstoff nach wenigen Wochen bis Monaten
  • 3. Impfung: mehrere Monate später

Anschließend sind regelmäßige Auffrischimpfungen erforderlich. Für kurzfristige Reisen stehen bei einigen Impfstoffen auch Schnellimpfschemata zur Verfügung.

Für wen ist die FSME-Impfung sinnvoll?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung insbesondere für Menschen,

  • die in einem FSME-Risikogebiet wohnen,
  • in ein Risikogebiet reisen und sich dort in der Natur aufhalten,
  • beruflich viel im Freien arbeiten (z. B. Forst- oder Landwirtschaft),
  • regelmäßig wandern, campen, Rad fahren oder Gartenarbeit in Risikogebieten ausüben.

Und Kinder?

Auch Kinder können an FSME erkranken. Ob eine Impfung sinnvoll ist, hängt nicht allein vom Alter ab, sondern vor allem davon, wo das Kind lebt oder Urlaub macht und wie häufig es sich in der Natur aufhält.

Gerade Familien sollten sich deshalb individuell beraten lassen.

Unsere Impfberatung

Nicht jeder braucht eine FSME-Impfung – aber für viele wäre eine Impfung sinnvoll, ohne das sie davon wissen. Bspw. aufgrund von Risikogebieten innerhalb Deutschland und persönlicher Situation.

In unserer Apotheke beraten wir Sie gerne,

  • ob für Ihr Reiseziel oder Ihren Wohnort ein FSME-Risiko besteht,
  • ob eine FSME-Impfung für Sie oder Ihre Familie empfohlen wird,
  • wann der beste Zeitpunkt für die Impfung ist,
  • welche Auffrischungsimpfungen sinnvoll sind.

Sprechen Sie uns an!

Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen und finden gemeinsam die passende Lösung für Ihren persönlichen Schutz.

Häufige Fragen zur FSME-Impfung

Kann ich mich auch außerhalb eines Risikogebiets mit FSME anstecken?

Ja. Zwar treten die meisten Infektionen in ausgewiesenen FSME-Risikogebieten auf, einzelne Erkrankungen können jedoch auch außerhalb dieser Regionen vorkommen. Zudem werden regelmäßig neue Risikogebiete ausgewiesen. Vor Reisen oder längeren Aufenthalten in der Natur lohnt sich deshalb ein Blick auf die aktuelle Karte des Robert Koch-Instituts.

Ja. Die FSME-Impfung schützt ausschließlich vor einer FSME-Erkrankung – nicht vor Zeckenstichen oder anderen durch Zecken übertragenen Krankheiten wie Borreliose. Deshalb sollten Sie auch nach einer Impfung weiterhin lange Kleidung tragen, Zeckenschutzmittel verwenden und Ihren Körper nach Aufenthalten im Grünen gründlich absuchen.

Das hängt davon ab, wann Ihre Reise beginnt und welcher Impfstoff verwendet wird. Für einige Impfstoffe gibt es Schnellimpfschemata, mit denen bereits innerhalb kurzer Zeit ein Schutz aufgebaut werden kann. Lassen Sie sich möglichst frühzeitig beraten, damit ausreichend Zeit für die Grundimmunisierung bleibt.

Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für Personen, für die die STIKO eine FSME-Impfung empfiehlt. Einige Krankenkassen erstatten die Impfung darüber hinaus auch als Reiseimpfung. Informieren Sie sich am besten direkt bei Ihrer Krankenkasse oder sprechen Sie uns an.

Ja. Die FSME-Impfung ist das ganze Jahr über möglich. Da für den vollständigen Schutz mehrere Impfungen erforderlich sind, ist es sogar sinnvoll, bereits in den Herbst- oder Wintermonaten mit der Grundimmunisierung zu beginnen.

Die FSME-Impfstoffe gelten als gut verträglich. Wie bei anderen Impfungen können vorübergehend Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf- oder Gliederschmerzen auftreten. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind selten.

Ja. Nach der Grundimmunisierung ist ein dauerhafter Schutz nur durch regelmäßige Auffrischungsimpfungen möglich. Wann diese empfohlen werden, hängt unter anderem vom Alter und vom verwendeten Impfstoff ab. Gerne prüfen wir gemeinsam mit Ihnen Ihren Impfstatus.

Weitere Informationen

Das Robert Koch-Institut informiert ausführlich über FSME sowie weitere durch Zecken übertragene Erkrankungen.

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Hinweis: Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. Medikamente und Behandlungen sollten nur nach fachlicher Rücksprache angewendet werden.

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